Reisen durch EuropaErste Ausfahrt im April auf dem Saaler Bodden (Fischland, Darß)

Wir haben die beiden Karten JONA A und B des Jübermann Verlags im Netbook gespeichert, die in Verbindung mit einem GPS-Modul uns sicher durch Deutschland geführt haben. Für Tschechien genügte eine Straßenkarte. Die Homepage Paddelsport informiert mit guten Fotos. Der Deutsche Motoryachtverband e.V. beschreibt in einer PDF-Datei (PDF-Reader hier) den Verlauf der schiffbaren Saale.

Für Polen hatten wir eine Straßenkarte und den Kartensatz des Weichseldeltas vom DHI. Beim Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg gibt es eine Schrift mit dem Titel: Leinen los, die wertvolle Informationen über die Gewässer Polens und die Schleusen der West-Ost Wasserstraße W70 enthält.

Den Wetterbericht haben wir bei Windfinder bekommen: zuverlässig und detailreich.

Mehr ist nicht nötig, da die Beschilderung der Wasserstraßen in allen Ländern gleich und ausreichend ist. Die überraschenden Situationen der beiden Jahre waren:

1. Zwei Grundberührungen

Die erste Grundberührung auf der Oder bei der Einfahrt in den versandenden Hafen von Frankfurt. Folglich fiel der Stadtrundgang aus.

Die zweite Grundberührung gab´s auf der Weichsel, als wir die Beschilderung nicht beachteten und mitten im Fluß im Sand gestoppt wurden. Vorteil beim Katamaran: nur ein Rumpf sitzt fest, der Motor bleibt in tieferem Wasser.

2. Drei “Stromschnellen”

Die erste wirklich starke Strömung begegnete uns unter der Eisenbahnbrücke von Bad Dürrenberg auf der Saale. Durch den mittleren Brückenbogen fuhren wir wie über ein flaches Wehr, während unter den Bögen links und rechts die Wildwasserfahrer ihre Stangen gehängt hatten.

Reisen durch Europa

Das "Nadelöhr" in Bad Dürrenberg

In Decin verengt sich die Elbe. Um ein entgegenkommendes Binnenschiff durchzulassen, wichen wir auf die Linie zwischen zwei Tonnen aus. Einmal etwa 5 Meter zu weit außerhalb des Fahrwassers und der Propeller hatte einen Stein berührt.

Reisen durch EuropaDecin, mit Vorsicht zu genießen

In Bromberg, Polen, liegt neben der Stadtschleuse das Wehr. Fährt man auf das Tor zu, zieht die Strömung das Boot auf den letzten Metern nach rechts, sodaß man ohne kräftiges Gegensteuern mit der Mauer kollidiert.

3. Wind und Wellen

Der Greifswalder Bodden ist, wie wir bestätigen, mit Vorsicht zu genießen. Für unser Hausboot ist wegen der Wellenbildung bei 2 – 3 Windstärken Schluß. Das gleiche gilt für das Stettiner Haff, das frische Haff in Ostpreußen und breite Abschnitte der Flüsse, wenn starker Wind gegen die Strömung steht. Das größte Tohuwabou bietet der Hamburger Hafen im Berufsverkehr.

Auf der Weichsel zwischen Bromberg (Bydgoszcz) und der Schleuse nach Danzig – 165 km – gibt es für Sportboote unserer Größe nur eine Anlegestelle in Tczew (Dirschau). Flußab dauert die Fahrt zwei, flußauf drei Tage. Wir haben in der Mitte des Flusses neben einer Sandbank geankert. Wunderbar.